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Hauptseite » Ein Interview mit Dr. L. I. Junda für die Zeitschrift Regena 11/95


Dr. Leonid Junda besucht schon seit mehreren Jahren den Kurort Luhačovice in Tschechien, in dem er zweimal im Jahr, jeweils eine Woche seine Psychotherapeutischenmaßnahmen vorstellt. In diesen Kurwochen werden spezielle Übungen vorgestellt und den Teilnehmer beigebracht, mit dem Ziel, den Patienten schnelle und wirksame Entspannung beizubringen. Wenn ein Mensch es schafft seinen Körper komplett zu entspannen, kann ein bestimmter Vorgang ausgelöst werden, der nur der Anfang einer Kette von Beseitigungen von Auswirkungen verschiedener Krankheiten psychosomatischen Ursprungs auf unseren Körper ist und so auch deren Ursprung ist.


Magier oder Psychotherapeut?

Nicht überall werden die Möglichkeiten der Psychotherapie geschätzt und die moderne Medizin ist auch nicht immer mit allen Maßnahmen einverstanden, die für einen Patienten wirklich gut wären. Die Psychotherapie nutzt Heilungsmethoden ohne Nebenwirkungen, ist günstig und in vielen Fällen führt sie zu einer kompletten Heilung. Patienten, die nicht mit ihrem Gesundheitszustand zufrieden sind, und bei denen die klassische Medizin nicht weiter helfen konnte, fahren regelmäßig nach Luhačovice, damit sie an den Kurwochen mit Herr Doktor L. I. Junda, Vorstand des ukrainischen Zentrums für Psychotherapie und medizinische Psychologie in Kyjev  teilnehmen können.

Warum gerade Psychotherapie, Herr Doktor?

Als ich noch ein junger Arzt war, erzielte ich bei meinen Patienten größere Heilungserfolge als viele meiner älteren Kollegen. Anfangs wusste ich selber nicht genau, woran es lag, daher fing ich an mein Umfeld mehr zu beobachten. Ich stellte fest, dass die Ärzte im Krankenhaus ein bis zweimal am Tag die Visite durchführen, die insgesamt nicht länger als zwanzig Minuten dauert, damit war ihr Kontakt mit den Patienten beendet. Ich, dagegen, besuchte meine Patienten während meiner gesamten Schicht immer wieder, bei jedem blieb ich stehen, sprach mit ihnen, sprach ihnen zu, oder beruhigte ich den Kranken; was eben nötig war. Interessant ist, dass ich mit meinen Patienten nicht nur über die Gesundheitsprobleme sprach, sondern auch über ihre privaten Probleme und Sorgen, einfach über alles. Später schrieben mir dann meine Patienten, viele von Ihnen wurden zu meinen Freunden. Damals stellte ich fest, dass das psychotherapeutische Einwirken oder nur ein einfaches Gespräch für die Heilung größeren Einfluss haben kann, als viele chemische Medikamente. Das erste Jahr in meinem Beruf zeigte mir, das mein Platz in der Psychotherapie ist. Ich machte die nötigen Atteste im Fach der Psychiatrie in Kyjev und später im Fach der Psychotherapie in Charkov. Schon zu dieser Zeit hatte ich eine eigene Meinung über die Medizin und was die Beziehung Arzt – Patient – Krankheit darstellt. Zu erst baute ich ein kleines Stadtzentrum für Psychotherapie unter der Aufsicht des Gesundheitsministeriums in der Ukraine in Kyjev auf, in dem noch heute ungefähr vierzig Spezialisten arbeiten. Dort gibt es folgende medizinische Abteilungen: Psychotherapie, medizinische Psychologie, Sportkabinet, Physiotherepie, Reflextherapie, Akkupunktur, Rehabilitationsabteilung und viele andere.

Wie lange gibt es schon Ihr Zentrum?

Mit der Psychotherepie beschäftige ich mich seit mehr ale zehn Jahren, Vorstand des ukrainischen Zentrums für Psychotherapie und medizinische Psychologie in Kyjev bin ich seit fünf Jahren. (Vermerk: diese Daten sind aus dem Jahr 1995).

Wie ist Ihre Haltung zu den Patienten; holistisch oder „klassisch“?

An diese Stelle möchte ich sagen, dass ich versuche die psychotherapeutischen Methoden erweitern und schon das bedeutet eine breite Skala der Wirkungen auf den Patienten, vor allem auf seine Psyche. Ich kann mir keine Psychotherapie ohne holistische Grundeinstellung vorstellen. Wir versuchen die Ursachen der Krankheiten zu entdecken und zu beseitigen. Schaffen wir es auf den Patienten wie auf ein Ganzes zu wirken, können wir mit den meisten Krankheiten fertig werden. Ein Mensch ist kein isoliertes Wesen, er ist ein Wesen, das ein Teil von einem Komplex ist – der Menschheit, der Natur, des Weltalls.
Menschen die in heutiger Gesellschaft leben sind oft traumatisiert, der Mensch wird, obwohl nur verborgen, vielen neurotischen Einflüssen ausgesetzt. Deswegen versuchen wir auf die Beziehung KRANKHEIT – MENSCH auch aus dem socialen Aspekt zu sehen (Einfluss der Familie, des Berufs, oder aber auch der Politik, die auch depressieve Zustände hervorrufen kann).

Hat auf Ihre Heilungsmethoden und Ihr persönliches Verhalten den Patienten gegenüber auch die fernöstliche Phylosopie einen Einfluss?

Wir lehnen grudsätzlich keine Erfahrungen ab, die die Menschen erreichten. Wir studieren und übernehmen gerne Erfahrungen in Fachgebieten, die in Fernost entstanden sind und sich entwickelten, z. B. Reflextherapie, Akkupunktur, usw. Ich bin aber der Meinung, dass in Europa nach der eurpäischen Medizin geheilt und im Osten, nach der östlichen Medizin geheil werden soll. Von der fernöstlichen Medizin können wir manche rationalen Methoden übernehmen und an unsere Bedürfnise anpassen und so können wie daraus das Maximum erreichen. Wenn wir aber manche fernöstlichen Gewohnheiten übernehmen, wie z. B. das Tragen des Schleiers oder des Kimonos, oder manche Rituale, denke ich nicht, dass uns das weiter bringen würde! Vielleicht sind wir zu rational, zu pragmatisch und deswegen suchen wir in der fernöstlichen Phylosophie und Medizin vor allem den rationalen Kern, den wir zuerst bei uns und dann bei unseren Patienten anwenden.
Aber wenn zu mir ein Patient kommt umd mit sagt, dass bei ihm Tchaj-ti am besten hilft, sage ich zu ihm: „Das ist ja hervorragend, üben sie weiter und empfehlen sie diese Übungen an andere“.

Glauben Sie an die Existens einer Seele?

Ja, aber der Glaube ist etwas sehr intimes. Ich kann praktisch an alles glauben, es ist meine persönliche Entscheidung, es ist Entscheidung jedes einzelnen von uns. Ich glaube, dass die Seelen in uns sind, dass es unser Intellekt ist und dass er sich hier befindet (zeigt auf den Kopf), nicht hier (zeigt auf das Herz).

Viele Krankheiten beginnen wegen einer psychischen Störung, der Art des Denkens, in der Haltung jedes einzelnen, wegen der Störung der Harmonie mit der Welt und dem Weltall. Dauert diese Störung länger an, kommen körperliche Probleme, dann sprechen wir von einer Krankheit....

Ja, ich bin davon überzeugt, dass die meisten Krankheiten bedingt durch die psychische Verfassung des Menschen entstehen, manchmal sogar durch die psychische Verfassung der Eltern, weil viele Ansichten, Einstellungen in der aktiven Phase entstehen, in der Zeit der Kindererziehung. Wenn aber ein Mensch mit seiner Lebensweise nicht zufrieden ist, fängt er an, über sein Dasein, über der Sinn der Dinge, der Beziehungen und über alles um ihn herum nachzudenken, irgendwann füllt er sich plötzlich ganz erschöpft. Es ist enorm wichtig, das ein Mensch weiß, was er will. Wenn er es weiß, hat alles einen Sinn, aber wenn er immer nur auf der Suche ist, dann ist es sehr schlecht. Wenn ein Mensch sich selbst in Griff hat, seine Gedanken beherrsch und dadurch seine Stellungnahmen und Handlungen.................... Wenn ein Mensch der Herr über seine Gedanken ist, wird er auch der Herr über seine Taten sein und ist im Grunde uverwundbar.

Psychotherapie ist eine Heilmethode ohne Medikamente. Die Medikamente kann auch Placebo ersetzen. Was denken Sie über die Verabreichung der Placebo Medikamente?

Wahrscheinlich werde ich ihnen keine ausreichende Antwort geben. Es muss in erster Linie die richtige Diagnose, danach die optimale Therapie festgestellt werden. Bei der Heilung von neurotischen Erkrankungen, Erkrankungen, die zu den psychosomatischen Krankheiten gehören, ist die Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten unverzichtbar und hier kann ich, als eine hilfreiche Ergänzung, Medikamente befürworten. Es ist zum Vorteil, wenn ein Arzt, der das Medikament verschreibt immer daran denkt, dass jedes Medikament auch negative Nebenwirkungen hervorruft. Wenn jemad zu mir z. B. sagt, dass er schon seit drei Jahren das gleiche Medikament einnimmt, frage ich ihn, warum er nich mal eine Pause einlegt, damit sich sein Organismus erholen kann? Natürlich handelt es sich nur um Medikamente, die man aussetzen kann! Zu jedem Patieten kann man nicht sagen: „Setzen sie ihre Medikamenta ab und erstetzen sie sie durch Psychotherapie“, obwohl es in vielen Fällen ein absolut reale und zulezt auch erfolgreiche Haltung gegenüber bestimmter Krankheiten wäre. Die jenigen, die dies ausprobierten, fühlten sich nach ein paar Tagen deutlich besser.

Placebo, das ist eine sehr interessanten Frage. Placebo entdeckte ein Pharmazeut, ein Franzose. Sein ganzes Leben lang verkaufte er Medikamente. Eines Nachts kam zu ihm ein Patient und wollte ein starkes Beruhigungsmittel. Der Pharmazeut hatte so etwas nicht zur Hand, daher mischte er eine unschädliche Mischung zusammen und reichte sie dem Patienten, als ein neues sehr wirkungsvolles, schmerzlinderndes Preparat. Eine Woche später kam derselbe Mann noch einmal und verlangte nach dem neuen, wundersamen Medikament, das ihm so geholfen hat... Der Pharmazeut mischte ihm die Mischung erneut und schloss danach die Apotheke. Für immer. Wenn man Placebo verabreicht, sollte man wissen an wen, wann und was wir von diesem „Medikament“ erwarten. In manchen Fällen kann Placebo sogar sehr wirksam sein.

Worin sehen Sie den Sinn Ihrer Arbeit?

Es wird vielleicht überheblich klingen aber: Ich mache die Leute gerne glücklich. Mit guten Ergenissen kann ich es nachweisen. Wenn ein Patient seine Schwellungen los wird und wieder laufen kann, wenn die Anzeichen einer Bronchitis, Probleme mit dem Verdaungstrakt verschwinden, wenn die Narben verheilen, wenn ich sehe wie meine Patienten wieder lächeln, wie die Anspannung aus ihren Gesichtern veschwindet, wie die Depressionen weniger werden, das alles erfüllt mich mit viel Freude. Die Leute kommen und nach der Psychotherapie fühlen sie sich wie neugeboren. Die jenigen, die soziale Probleme hatten, gründen Familien, erkennen besser ihren Wert und ziehen Leute mit ähnlichen Vibrationen an. Sie kehren zu mir zurück und sagen: „Mir geht es gut, ich bin völlig in Ordnung.“ In diesen Momenten sehe ich, dass meine Arbeit einen Sinn hat, und auch ich bin glücklich.


Děkuji za rozhovor.


Tento článek je převzat z časopisu pro zdraví a alternativní medicínu Regena, pro který byl rozhovor poskytnut. Vyšlo v čísle 11/95, autor článku Jana Musilová.

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